48 Stunden nach dem Launch von Vivily: Zwischen Euphorie und „Oh nein, was hab ich getan?“


Warum ich das hier schreibe


48 Stunden sind nicht viel. Und gleichzeitig sind sie genug, um dich einmal komplett durch den emotionalen Fleischwolf zu drehen – auf die gute Art. Wenn du gerade mit dem Gedanken spielst, deinen Shop (oder irgendwas Eigenes) zu launchen: Das hier ist mein ehrlicher Blick hinter die Kulissen. Ohne Hochglanz. Mit Chaos. Und mit ein paar Learnings, die ich gern früher gehabt hätte.


Der Moment nach dem Klick auf „Veröffentlichen“: Aufregung, Adrenalin, erste Zweifel


- Der Sekundenbruchteil nach dem Klick: Herzklopfen, „Jetzt ist es draußen“, kurz sowas wie Stolz. 
- Dann: Stille. Und plötzlich ist da Raum für Gedanken wie:
  - „Sieht das professionell genug aus?“  
  - „Was, wenn niemand bestellt?“  
  - „Was, wenn zu viele bestellen?“  
- Ich war gleichzeitig euphorisch und… erschrocken über meine eigene Courage.
- Das erste echte Learning in den ersten Minuten: Zweifel sind kein Zeichen, dass es falsch ist – nur, dass es real ist.


Die ersten Bestellungen: Freude, Nervosität und was plötzlich alles „echt“ wird


- Der Moment, wenn die erste Bestellung reinkommt:
  - Freude wie ein Feuerwerk. Wer hat jetzt bestellt, was hat sie/ er bestellt? Ein Ring ? oder doch Armband.
  - Sofort danach: Verantwortung wie ein Sandsack auf der Brust.
- Plötzlich wird aus „Projekt“ ein „Versprechen“:
  - Jemand hat Geld ausgegeben.
  - Jemand wartet jetzt auf dich.
  - Jemand erwartet, dass du lieferst – nicht irgendwann, sondern bald.
- Was ich nicht erwartet habe: Wie sehr mich jede Bestellung emotional mitnimmt.
  - Jede einzelne war wie: „Okay, du darfst das wirklich machen.“
- Was ich mir in dem Moment gesagt habe: Nicht überdenken. Erst abarbeiten.

 

Verpackungs-Chaos: was schiefging (Material, Abläufe, Zeit) – und wie ich es gelöst habe


Das romantische Bild vom Small Business: hübscher Verpackungstisch, Kaffee, ästhetische Schleifen.  
Die Realität nach 48 Stunden: Ich umgeben von Kartons, Klebeband, zu wenig Platz und zu vielen Entscheidungen.

Was schiefging


- Material
  - Ich hatte fast alles – aber eben nur fast.
  - Klassiker: kein Drucker in der nähe / Keine Geschenke für die erste Bestellung / Etiketten, die nicht so wollten wie ich.
- Abläufe
  - Ich hatte keinen klaren Ablauf. Ich habe ständig gewechselt zwischen:
    - Bestellung checken - welches Schmuckstück hat sich verkauft ?
    - Adresse kopieren
    - Produkt suchen 
    - nochmal zurück in den Shop
  - Ergebnis: Zeitverlust und Fehlerpotenzial.
- Zeit
  - Ich habe unterschätzt, wie lange „nur schnell verpacken“ wirklich dauert – wenn du es ordentlich machen willst.

Wie ich es gelöst habe


- Ich habe aus dem Chaos eine Mini-Produktion gemacht:
  - Batching: erst alle Bestellungen prüfen, dann alle Labels, dann alles verpacken.
  - Checkliste: Inhalt prüfen → Beileger rein → sichern → verschließen → Label → finaler Blick.
  - tationen bauen: „Material“, „Packen“, „Fertig“-Stapel. Klingt simpel, rettet Leben.


Warum „einfach starten“ der Gamechanger ist: Iteration statt Perfektion


Ich dachte vorher, ich müsste alles „fertig“ haben. Spoiler: Das gibt’s nicht.

  • Der Launch ist kein Endpunkt. Er ist der Start von Feedback.
    - Live gehen bedeutet:
      - Du bekommst echte Daten statt Fantasie.
      - Du siehst, wo Leute hängenbleiben.
    • 2Du siehst, wo du selbst hängenbleibst.
  •  Du merkst, was dir im Alltag wirklich Zeit frisst.
  •  Perfektion hätte mich noch Wochen gekostet – und ich hätte trotzdem erst nach dem Launch gelernt, was jetzt in 48 Stunden passiert ist.


Was ich ab morgen anders mache (konkrete 3–5 Änderungen)


Damit ich nicht jeden Tag auf Adrenalin allein überlebe, ändere ich ab morgen ganz konkret:

1. Verpackungs-Setup fix machen
   - Ein fester Platz, alle Materialien griffbereit, Nachfüllliste für Verbrauchsmaterial.
2. Ablauf in Batches
   - Bestellungen sammeln → Labels drucken → Verpacken → Versand. Keine Sprünge mehr.
3. Mini-Notfallliste für Shop-Bugs
   - Die 5 häufigsten Problemstellen checken (Versand, Checkout, Bestätigungsmails, Produktseiten, Zahlungsarten).
4. Zeitpuffer einplanen
   - Ich plane nicht mehr „so knapp wie möglich“, sondern „so realistisch wie nötig“.
5. Weniger Perfektion, mehr Rhythmus
   - Jeden Tag 1 Sache verbessern, statt 20 Sachen gleichzeitig „perfekt“ machen zu wollen.


Ein Blick hinter die Kulissen: So fühlt sich Small Business wirklich an


Small Business ist:
- Euphorie, wenn etwas klappt.
- Schweiß, wenn du merkst, dass du alles bist: Produkt, Support, Lager, Versand, Marketing, Technik.
- Dieses ständige „Ich kann das nicht“ – gefolgt von „Oh, ich hab’s doch hingekriegt“.
- Und ein ganz eigener Stolz, weil es nicht theoretisch ist. Es passiert. Wegen dir.

Nach 48 Stunden fühle ich mich gleichzeitig:
- müde,
- überwältigt,
- dankbar,
- und irgendwie… richtig.


Wenn du mit auf die Reise kommen willst


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